Januar bis Mai 2021

Die schlimme Zeit geht weiter: Aufgrund der Corona-Pandemie finden fast nur Online-Veranstaltungen statt. Die Meute und die Sippe treffen sich bis Mitte Mai wöchentlich online.

Aber einige schöne Dinge haben wir trotzdem erlebt:

Zum Thinking-Day am 22.02.2021 haben wir Briefe mit dem luxemburgischen Pfadfinderstamm HoGa und der österreichischen Pfadfindergruppe Wels ausgetauscht:

Briefe und Päckchen anderer Pfadfinder
Lesestoff und süße Überraschungen zum Thinking Day (Bild: Ku)

 

Unsere Altwölfe haben sich mit den Jungpfadfindern des Stammes Noah Nettetal online getroffen.

In den Osterferien galt es, bei einem Postenlauf – der sog. Osterchallenge – Aufgaben zu lösen, um ein Taschenmesser zu gewinnen.

Am 16.05.2021 wurde eine coronakonforme Fahrradrallye durchgeführt: Familien starteten zeitversetzt und konnte unterwegs kleine Aufgaben und Rätsel lösen.

Ende Mai durften wir wieder Gruppenstunden in Präsenz anbieten.

Juni

Sie haben lange drauf gewartet: Direkt in der ersten Gruppenstunde im Juni legten 9 Wölflinge Ihr Wölflingsversprechen am. In der nächsten Gruppenstunde fand der Stufenwechsel statt: Vier unserer Altwölfe wurden zu Pfadis und bilden eine neue Sippe.

Die Sippe Apus verbrachte einen Tag im Hochseilgarten: Nachdem infolge der Corona-Pandemie etwa 6 Monate lang die Gruppenstunden der Sippe nur online stattgefunden hatten, war das Bedürfnis groß, endlich wieder eine Aktion gemeinsam planen und in Präsenz durchführen zu können. Sowohl die Planung als auch die Durchführung lag erstmals vollständig in der Hand der Sippe und deren Sippenführung.

Endlich durften wir unser kleines Umweltbildungsprogramm „Kennen, Schätzen, Schützen“ am Flehbach mit vielen Gästen starten.

Juli – Pfadihajk

Wesentlicher Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit ist dabei das Konzept der Fahrt: Es ist nicht nur eine schöne Metapher für das Weiterkommen auf dem eigenen Lebensweg, sondern ganz konkret altersgerechte Jugendarbeit. Die Wölflinge gehen mit ihren Meutenführungen wandern, die Pfadfinder sind nach entsprechen­der Vorbereitung einige Tage allein unterwegs, die RRs planen Ihre Fahrten selber.

Die Sippe Apus hat sich den „Goch Ness“ in der Nähe des Sommerlagerortes als Ziel für die erste Fahrt gesetzt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln und einige Kilometer zu Fuß – mit Wanderkarten und Kompass bewaffnet – gelangten sie an den Badesee, wo sie den Tag verbrachten. Gegen Abend suchten sich die Teilnehmenden eine Übernachtungsstelle auf einem Pferdehof außerhalb von Goch. Dort wurden sie sogar mit Abendessen verwöhnt. Am nächsten Tag ging es zu Fuß nach Kevelaer, dem Ort des diesjährigen Stammes-Sommerlagers.

Juli – Sommerlager

Freitag

Das schon bereitgestellt Material wurde in den Materialwagen geladen. Das Ganze ähnelte allerdings eher einem Geschicklichkeitsspiel – im nächsten Jahr brauchen wir wohl einen großen Anhänger für so viele Personen.

Sonntag

Ein Jahr nach dem letzten Sommerlager war es endlich wieder so weit: Alle trafen sich alle frisch auf Corona getestet an der Haltestelle Flehbachstraße, um dann mit der Bahn nach Kevelaer aufzubrechen. Bereits unterwegs erreichten uns über diverse Warn-Apps die ersten Wetterwarnungen. Das konnte ja heiter werden. Kevelaer empfing uns dann mit beginnendem Regen, der nach und nach immer stärker wurde. Zum Glück hatte die Sippe Apus, die bereits am Lagerplatz angekommen war, unser Tarp aufgebaut, so dass alles an Material trocken gelagert werden konnte, und auch schon mit dem Aufbau der Jurte begonnen.

Als Feuerfinger mit dem Materialwagen kam, um die Rucksäcke der Bahnfahrer einzusammeln, fuhr uns eine ältere Dame den Außenspiegel kaputt und entfernte sich dann vom Unfallort. Regen Unfall, konnte mehr passieren? Ja, konnte: Nachdem die Jurte stand und Holz für das Feuer zerkleinert wurde, reichte ein kleiner Augenblick der Unaufmerksamkeit und bescherte uns einen Besuch im Krankenhaus Kevelaer. Immerhin, das Nahtmaterial war standesgemäß BdP-blau, da kann man nicht meckern.

Damit hatten wir uns auch redlich verdient, dass der Regen aufhörte und gegen Abend erstmals unsere tollen neuen Wölflingszelte aufgebaut werden konnten. Wie immer am ersten Lagerabend gab es Wraps – alle konnten die so füllen, wie sie mochten.

Zugegeben, das Lagerfeuer am Abend diente mehr zum Wäschetrocknen, die dann rauchbehandelt am nächsten Tag wieder angezogen werden konnte. Obwohl alle sehr müde waren, dauerte es doch, bis endlich Ruhe einkehrte, bis endlich die letzten Zahnbürsten gefunden waren und auch das letzte Heimweh in einen tiefen Schlaf mündete.

Montag

Sabine vom NABU hatte sich netterweise bereit erklärt, ein paar Stunden an dem kleinen See, dem „Annasee“ (ein lautmalerisches Wortspiel für „an der See“ 😉) direkt neben dem Lagerplatz zu keschern und die Funde zu bestimmen. Das passte genau zu unseren letzten Gruppenstunden am Flehbach. Eintagsfliegenlarven, Wasserläufer, Wasserkobolde, Schnecken – der kleine See ist voller Leben.

Die Lagerküche bot Schupfnudeln mit Blattspinat. Gegen Abend trafen sich alle in der Jurte, um am Feuer zu sitzen und endlich einmal wieder lauthals zu singen. Und wie gesungen wurde! Von der Stunde der Orangen konnten die Kids gar nicht genug bekommen.

In der Nacht wurde es kühl, dafür wurden wir mit einem tollen Sternenhimmel belohnt. Heimwehindex abnehmend, aber noch deutlich spürbar.

Dienstag

Die Niers zwischen Gelder und Kevelaer wurde durch den Niersverband aufwändig renaturiert. Also auf nach Geldern, um den Rückweg zum Lagerplatz mit einem Kanu zurückzulegen, so dass sich ein deutlich besserer Einblick in die Natur- und Pflanzenwelt der Niers bot. Spannend war die Entdeckung entweder eines heimischen Bibers oder eines Nutria – genau zu erkennen war das nicht. Die letzten Kilometer brachten uns aber an unsere Grenzen: Sehr starker, extrem böiger Wind drückte die Kanus wahlweise an das rechte oder linke Ufer.

Als wir dann zu Fuß zum Lagerplatz kamen, sahen wir, dass der böige Wind unsere Jurte umgeweht hatte – die Heringe hatten in dem nach tagelangem Regen stark aufgeweichten Boden nicht mehr gehalten und waren teilweise herausgezogen worden. Zum Glück war nichts kaputt, und auch wenn die Arme vom Paddeln schwer waren, wurde die Jurte schnell wieder aufgebaut. Denn schon kamen die nächsten Unwetterwarnungen, so dass alles doppelt abgespannt wurde. Diese Unwetter aber zog an uns vorüber, und der Eintopf war dann auch schnell gekocht. Die zweite tolle Singerunde – und natürlich wieder mehrfach mit der Stunde der Orangen.

Heimwehindex weiter fallend.

Mittwoch

Wir gehen in die Irre, genau genommen ins Irrland. Ein ganzer Tag nur mit Spiel und Spaß und Geplantsche und ungesunden Pommes. Was für ein Gewusel, aber wir haben hinterher alle wieder mit zum Lagerplatz genommen, auch den verlorenen Rucksack. Nur ein verlorenes Lieblings-T-Shirt wurde erstmal nicht gefunden – das Team vom Irrland hat es aber später zurückgeschickt. Danke für den tollen Tag. Dabei war es so warm, dass wir besser einen Tankwagen mitgenommen hätten – wir haben ein kleines Vermögen für Wasser ausgegeben, aber sei es drum, es hat sich gelohnt.

An diesem Abend waren alle so platt, dass nur noch kurz gesungen wurde. Nur noch sporadisches Heimweh.

Donnerstag

Aufgrund des tollen Wetters wurden schon einige Zelte abgebaut, so dass die meisten Zelte schon trocken eingepackt werden konnten und alle Wös in der Jurte geschlafen haben. Insgesamt ein entspannter Tag, kein festes Programm, freies Spiel oder gemütliches Rumsitzen. Die Pfadis waren etwas Minigolf spielen, die meisten Wös nutzten ein Angebot zum Ponyreiten. Als Lagerabschluss gab es Kartoffelpüree mit Buttergemüse.

An diesem Abend waren die Kids alle früh in den Schlafsäcken und haben gefühlt nach 5 Minuten geschlafen. Das Heimweh war besiegt. Die Leitungen ließen das Lager am Feuer ausklingen.

Freitag

Frühes Aufstehen, Packen, viel Arbeit. Zum Glück hatte das Wetter ein Einsehen, und auf der warmen Straße konnten die übrigen Zeltbahnen halbwegs trocken eingepackt werden, sodass später nur die Jurte durch den Trockenkeller musste. Es ist doch immer erstaunlich, dass der Materialwagen auf der Rückfahrt kleiner geworden ist als auf der Hinfahrt. Laufen die ein, wenn die so lange in der Sonne stehen?

Dann ging es wieder zum Bahnhof und von dort zurück nach Köln. Ob die Bahn Rückenwind hatte oder wir einfach ganz viel Glück mit dem Anschluss, wissen wir nicht, aber wir waren überpünktlich wieder zurück in Brück.

Ein anstrengendes, aber intensives und abenteuerliches Lager liegt hinter uns. Zehn Wölflinge, die zum ersten Mal im Lager waren, haben das Heimweh toll gemeistert, wir freuen uns auf das nächste Lager mit Euch.

 

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